Nomen est Omen: PS:patio!

Als Patio bezeichnete man die Innenhöfe eines Stadthauses. Um einen Patio gruppierten sich die einzelnen Bauteile der Stadtpaläste, in denen die oft vielköpfige Familie wohnte. Seine wichtigste Funktion hatte der Patio vor allem aber als häuslicher Treff- und Mittelpunkt. Historisch war der Patio immer eng mit dem sozialen und wirtschaftlichen Leben verbunden. Mit PS:patio! soll ein neuer Lebensraum, ein Lebensmittelpunkt für Generationen innerhalb der Stadt Pirmasens entstehen

PS:patio! steht hier für gemeinsames und dennoch individuelles Wohnen und flexible Wohnformen für Jung und Alt. Denn Miteinander der Generationen, eine lebendige Nachbarschaftshilfe und gegenseitige Unterstützung erleichtern und bereichern das Leben.
 
Barrierefreiheit, die Möglichkeit des betreuten Wohnens, aber auch ein hohes Maß an Infrastruktur sowie serviceorientierter Angebote machen das Projekt PS:patio! zu einer attraktiven Lebensform auch bis ins hohe Alter hinein. Aber nicht nur alte Menschen, auch junge Familien, Alleinerziehende oder Singles benötigen heute ein intensives Dienstleistungsumfeld oder eine besonders gut funktionierende Nachbarschaftshilfe - und im Idealfall finden sie sogar beides!
 
Bei PS:patio! befinden sich entsprechende Angebote bereits in direkter Nähe und sollen durch gemeinschaftliche Aktivitäten der zukünftigen Bewohner weiter wachsen. PS:patio! versteht sich auch als ein Wohnprojekt, das durch lebendige Nachbarschaft diejenigen entlastet, die berufstätig sind und diejenigen einbindet, die vielleicht schon in Rente sind. Das persönliche Aktivwerden wird in diesem Projekt groß geschrieben, und zwar nicht erst dann, wenn das Projekt bereits realisiert ist. Schließlich geht es ja auch darum, die Bedürfnisse und Wünsche der zukünftigen Bewohner schon bei der Planung zu berücksichtigen.

Mit PS:patio! wollen Diakoniezentrum, Bauhilfe und Stadt Pirmasens ein attraktives, zukunftsfähiges und generationenübergreifendes Wohnangebot in der Stadt schaffen. Es soll gemeinschaftlich unter Einbeziehung von Bauherren, Mietern und Investoren realisiert werden: "Gemeinsam planen, bauen, wohnen und leben!"

 

Entwicklung bis heute

 

PS:patio als Impulsprojekt

Im Gebiet des Impulsprojektes PS:patio! standen vier, stark sanierungsbedürftige, zum größten Teil bereits leer stehende Zeilenbauten, die sich im Eigentum der Bauhilfe GmbH befanden. Gegenüberliegend befindet sich das Diakoniezentrum, das auf seinem Grundstück mit dem ehemaligen Kinderheim ebenfalls überkommene Bausubstanz aufzuweisen hatte. Neben dem Diakoniegelände lag die Gewerbebrache eines mittlerweile abgerissenen ehemaligen Autohauses, das als Arrondierungsfläche für das Wohnprojekt sehr geeignet ist. Durch PS:patio sollte nun eine innovative, zukunftsfähige Entwicklung dieses innerstädtischen Bereiches initiiert werden, das zu einer Aufwertung des gesamten Stadtteils beitragen soll. Deshalb wurde dieser Bereich an der Winzler Straße als ein „Impulsprojekt Wohnen“ in das Bundespilotprojekt Stadtumbau West aufgenommen.

 

Kooperation öffentlicher und privater Akteure

Das Impulsprojekt hat das Ziel, generationenübergreifendes Wohnen in einem städtebaulich und architektonisch hochwertigen und dennoch bezahlbaren Rahmen zu entwickeln. Projektgemeinschaft ist zunächst die Stadt Pirmasens mit dem kommunalen Wohnungsunternehmen Bauhilfe Pirmasens GmbH und dem Diakoniezentrum Pirmasens. Im Laufe der Projektentwicklung wurden auch die zukünftigen Mieter und Eigentümer aktiv beteiligt.

 

Erste Ideen wurden bereits 2004 entwickelt

Aufbauend auf den Ergebnissen der „Stadträumlichen Entwicklungskonzeption Wohnen“ und den Projektideen, die im Rahmen der Bewerbung der Stadt um die Landesgartenschau 2008 bereits im Frühjahr 2004 für das Plangebiet erarbeitet wurden, sowie beflügelt durch den Gewinn des zweiten Preises, den die Arbeitsgemeinschaft mit ihrem Projekt im Rahmen des Wettbewerbs „Zukunftsradar 2030“ der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz im Herbst 2005 gewonnnen hatte, wurde im Frühjahr 2006 ein Gutachterverfahren durchgeführt. Als Ergebnis des Gutachterverfahrens wurde im Oktober 2006 der Gemeinschaftsentwurf des Architekturbüros Nickl & Partner und des Landschaftsarchitekturbüros R. Schmidt (beide München) als künftiges Basiskonzept für das Projekt „Wohnen für Generationen / PS:patio!“ ausgewählt.

Parallel dazu wurden die vier Wohnblocks der Bauhilfe (Winzler Straße 121 bis 145), mit insgesamt 80 Wohneinheiten, als Ordnungsmaßnahme im Rahmen des ExWoSt-Forschungsfeldes „Stadtumbau West“ abgebrochen. Im August / September 2007 wurde im Bereich des Diakoniezentrums das frühere Kinderheim abgerissen.

Im Frühjahr 2007 wurde ein projektbezogenes Werbeprofil erstellt. Mit dem Label „PS:patio!“ und Imagekampagnen wird der Gedanke des Projektes in Pirmasens selbst und über die Stadt hinaus bekannt gemacht, um Interessierte zu werben.

Eine Unterstützung des Impulsprojektes gelang durch die Aufnahme eines Teilbereiches des Winzler Viertels, einschließlich der Flächen des Impulsprojektes, in das Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“.

 

Aktueller Stand

Nachdem 2009 gemeinsam mit den inzwischen rund 130 Interessenten die architektonischen Anforderungen an das Wohnprojekt erarbeitet wurden, gehen die Planungen nun in die konkrete Phase. Gemeinsam mit dem Münchener Architekturbüro Nickl& Partner und lokalen Architekten versuchen Bauhilfe, Diakonie und Stadt die Wünsche der zukünftigen Mieter und Eigentümer in Planungen zu überführen, die den wirtschaftlichen und ökologischen Vorgaben entsprechen. Neben der eigenständigen Gestaltung des neuen Wohngebietes nimmt dabei das Energiekonzept breiten Raum ein. In die Erarbeitung einer zukunftsweisenden Wärmeversorgung, die einen Schwerpunkt beim Einsatz regenerativer Energieträger setzt, sind inzwischen auch die Pirmasenser Stadtwerke integriert.

Nachstehend folgen einige Ansichten und Perspektiven, die einen Eindruck von der Gestaltung des Wohnprojekts vermitteln sollen.